Die Kirche am Sultmer

Von Pastor Claus Drögemüller (Auszug aus dem Prospekt "Unser Sultmer" von 1984)

Das Land zwischen Rhume und Sultmerberg ist ein altes Siedlungsgebiet. Bei Ausschachtungsarbeiten für die Kirche wurden in 3,80 Meter Tiefe, Siedlungsreste aus dem 2.Jahrhundert nach Christus gefunden. Und oberhalb der Brahmstraße erkennt man im Wald noch die Terrassenäcker eines mittelalterlichen Dorfes. Über die Geschichte der Bergmühle und die Bedeutung der beiden Galgenlöcher haben Heimatfreunde mehrfach berichtet. Auch die alte Kapelle "St. Georg" hinter dem Siechenhaus diente im Lauf der Jahrhunderte verschiedenen wichtigen Zwecken für die ganze Stadt Northeim.

Auf diesem geschichtlichen Boden entstand seit 1934 die Siedlung. Durch Pastor Holze wurde hier 1952 die Corvinuskapelle gegründet. Ihren Namen trug sie zur Erinnerung an Antonius Corvinus, der 1539 zusammen mit dem Rat der Stadt den Gottesdienst, das Schulwesen und die Armenfürsorge im Sinne der Reformation ordnete. Die Kapelle, an der Stelle des heutigen Gemeindehauses, wurde zunächst bei besonderen Anlässen, dann ab 1957 regelmäßig benutzt und ist den älteren Gemeindegliedern noch in lieber Erinnerung.

Mit dem Wachstum der Siedlung entstand der Wunsch, am Sultmer einen eigenen Mittelpunkt des kirchlichen Lebens einzurichten. Nach anfänglichem Zögern stimmte die Kirchenleitung zu. Und so konnten in rascher Folge die Anlagen gebaut werden, die heute das Corvinus-Gemeindezentrum bilden: 1960 das Pfarrhaus, 1963 der Kindergarten, 1966 die Kirche und 1975 das Gemeindehaus.

Neben den vielfältigen kulturellen Veranstaltungen in der Innenstadt sehen wir unsere Aufgabe darin, den Bewohnern am Sultmer Angebote zu machen, die ihren Vorstellungen entsprechen und eine Hilfe für die Entwicklung des Familienlebens sein können.

Diese Hinweise mögen genügen. Bei 3500 (Stand 1970) Gemeindegliedern ereignet sich viel Freude und Leid. Das Arbeitsfeld der Kirche am Sultmer ist unübersehbar groß. Wir stehen noch ganz am Anfang; was ist eine Generation im Leben der Kirche? Vielleicht ist hier der Vergleich mit einem Garten angebracht: Es kommt darauf an, den Boden zu lockern und gute Saat zu säen - dann wird auch etwas wachsen.